08.06Der Kampf gegen alte Vorurteile – Auch ethisch-ökologische Geldanlagen bieten hohe Sicherheiten
Lernen bedeutet, dass man alte Vorurteile über Bord wirft, um neue Erkenntnisse zu integrieren und durch verändertes Handeln auch aktiv zu verwerten. Früher dachte man, alles was “Öko” ist, sei den “Alternativen” vorbehalten und nichts als eine Protestwelle. Inzwischen ist man klüger. Man kauft öfter Biowaren, weil man verstanden hat, dass alle anderen im Nährwert oder Vitalstoffgehalt gemindert sind, mit Schadstoffen gedüngt, mit giftigen Pestiziden gepritzt oder mit Masthilfen zur Schlachtreife gezwungen werden. Gleichermaßen hat der Klimawandel Einfluss auf unsere Entscheidungen. Wir reduzieren beispielsweise aktiv den CO2 Ausstoß oder verzichten auf Deosprays. Direktes Erleben bedeutet im Unterschied zu bloßen Prognosen, dass man seine Schlüsse aus Fakten ziehen kann statt aus Vermutungen, Risikoberechnungen oder Spekulationen.
Sind ethisch-ökologische Geldanlagen sicher?
Bei den Ökobanken wird man über solche Fragen lachen. Nichts ist in den Zeiten der Energiewende zukunftssicherer und eine risikolosere Anlage als solche Investitionen. Zumal dann, wenn die Öko- und Ethikbanken, letztere unter der Leitung von Klaus Euler sehr erfolgreich, ihre Produkte auch mit größerer Beratungskompetenz verkaufen und dem Kunden gegenüber die Inhalte der Portfolios und Fonds samt ihrer Risiken transparent machen, muss man keine Befürchtungen bezüglich seiner Investitionen haben. Gewinnträchtige Zukunftstechnologien können nicht mehr auf Atomkraft beruhen, weil diese nicht sicher ist. Zudem muss man in Frage stellen, ob ein Gewinn sich immer in Rendite auszahlt oder ob nicht auch andere Gewinne aus einer Geldanlage interessant sind – zum Beispiel ein Gewinn an Lebensqualität, ein höherer Gesundheitswert, umweltschonende Technologien oder ähnliches. Die Ethik- und Ökobanken boten seit ihrer Gründung eine echte Alternative für Anleger. Diese nahmen die Angebote aber nur zögerlich an. Zu sehr war man an seine Bankinteressen und seine Renditeerwartungen gebunden, zu wenig Risiko wollte man bezüglich neuer Trends eingehen.
Trendwende in Sicht?
Auch heute setzen viele Anleger auf konventionelle Banken, denen sie allerdings deutlich mehr Kritik entgegenhalten. Trotzdem wechseln immer mehr Menschen die Bank und gehen zu Öko- oder Ethikbanken. Noch ist der zunehmende Kundenschwund für die konventionellen Banken zu verschmerzen. Diese kontern, indem sie ihr Portfolio um nachhaltige und umweltbewusste Investitionsmöglichkeiten ergänzen. Sie hoffen, ihre Kunden so bei der Stange zu halten. Ob sie dieses Vertrauen auch verdienen, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Immerhin ist der Rest aller Anlagen weiterhin nach altem Muster gestrickt. Selbst wenn Transparenz, Risikomanagement und Beratungsqualität sich verbessern sollten, sind Investitionen in ethisch-ökologische Geldanlagen bei jenen besser aufgehoben, die sich von jeher dafür eingesetzt haben. Vorurteile sind dazu da, überprüft und aufgelöst zu werden, weil die Faktenlage dies nahe legt.