06.19Die Sehnsucht der Konsumenten nach Transparenz in allen Lebensbereichen
Transparenz ist aus dem lateinischen transparens abgeleitet und heißt zu Deutsch durchsichtig, anschaulich oder auch verständlich. Ganz allgemein versteht der Konsument unter Transparenz eine nachvollziehbare und inhaltliche Erklärung oder auch Information zu Waren, Produkten und Dienstleistungen. Was draufsteht,muss drin sein! Wenn es in der alltäglichen Praxis so wäre, dann wäre die Sehnsucht des Konsumenten nach Transparenz in diesem Segment befriedigt. Dies hat z.B. Klaus Euler erkannt und daher Transparenz zum höchsten Ziel seiner EthikBank erklärt.
Hersteller und Handel kontra Kunde
Obwohl Anbieter und Käufer einander brauchen, wird mehr und mehr gegeneinander gearbeitet, und zwar meistens einseitig zu Lasten der Kunden. Hersteller und Händler möchten am Verkauf ihrer Waren und Produkte möglichst viel verdienen.Der aufgeklärte Konsument ist sowohl bei der Qualität als auch bei der Quantität und somit beim Preis sehr wählerisch. Heutzutage hat er viel Knowhow,das er tagtäglich in allen Lebensbereichen einsetzt. Die andere Seite wiederum sucht ihre Vorteile in einer geschickten Werbung. Der Kunde soll nur das wissen,was er laut Gesetz wissen muss. Es wird zwar nur ganz selten Unwahres deklariert, aber vieles weggelassen, weil es der Gesetzgeber nicht ausdrücklich vorschreibt. Das schafft kein konstruktives Vertrauen mit einer dazugehörenden Transparenz, sondern schürt permanentes Misstrauen. Der Konsument hat das subjektive Empfinden, unter mehreren Übeln das Geringste von ihnen ausgewählt zu haben.
Beratungsprotokolle â noch mehr Formulare
Im Finanzdienstleistungsbereich, sei es bei Banken, Sparkassen oder bei den Versicherungsunternehmen, sind vor einigen Jahren Beratungsprotokolle als ein Pflichtdokument eingeführt worden. De facto dienen sie in erster Linie zur Absicherung der Verkäufer vor späteren Regressansprüchen. Sie sind jedoch keinGarant dafür, dass die Kundenberatung deswegen besser oder transparenter geworden ist. Erst wenn der Versicherungsnehmer beispielsweise schwarz auf weiß sieht, wie hoch der Verwaltungskostenanteil, oder die Vermittlungsprovision an seiner neuen Kapitallebensversicherung ist, kann er Angebote direkt vergleichen. Transparenz sind in diesem Bereich ausschließlich Zahlen, Daten,Fakten.
Der heutige Konsument ist mündig geworden
Der Konsument sehnt sich nach einer objektiven Beratung, mit all ihren Vor- und Nachteilen. Er hat verstanden, dass er beim niedergelassenen Arzt nicht nur Patient, sondern in erster Linie Vertragspartner ist. Er erwartet eine vertragliche Dienstleistung, für die der Arzt als Dienstleister von der Krankenkasse bezahlt wird. Transparenz hat für den Anbieter oftmals zur Folge,dass er nicht das beste, sondern vielleicht nur das drittbeste Geschäft machen kann, mit einem dementsprechend reduzierten Gewinn. Das widerstrebt seinem Gewinnstreben.
Der Konsument hingegen möchte ernst genommen werden und die Möglichkeit haben,aus dem vorhandenen Angebot frei entscheiden zu können.
Und eben dazu bedarf es einer umfassenden, lückenlosen Transparenz!